TIEFGANG

FÜR NEUGIERIGE · KEINE IT-KENNTNISSE NÖTIG

Wie wird aus einem Karton ein Arbeitsplatz?

Wenn jemand neu anfängt, steht zuerst ein eingepackter Laptop da. Bis Jana damit arbeiten kann, müssen sieben Dinge passieren. In einer gut geplanten IT laufen viele davon fast von selbst. Tiefgang zeigt dir, wie das aussieht — und du darfst dabei sogar ein Kabel ziehen.

7
Schritte
≈ 3 Min.
Erkunden (Richtwert)
0
Vorwissen nötig
Los geht’s: 08:00 Uhr ↓
Tiefgang · JANA-01Schnitt durch Laptop, Access Point, Switch, Firewall, Server, virtuelle Maschinen und Backup. Zwei Uplinks verbinden Switch und Firewall. FIREWALL DHCP · DNS PXE / DEPLOY AD / IDENTITY UEM / PACKAGES VM 01 VM 02 VM 03 STORAGE / BACKUP AB
Janas Laptop reist durch vier Ebenen: Anwendung, Netz, Server und Hardware.

Der Weg des Laptops in sieben Schritten

Jeder Schritt hat eine Uhrzeit, einen Fachbegriff für Insider und ein Bild aus dem Alltag für alle anderen.

01

Auspacken

Inventarisierung

Wie ein Namensschild: Der Laptop bekommt eine Nummer und eine Besitzerin, bevor er irgendetwas darf.

WAS BRINGT’S?

Man weiß jederzeit, welches Gerät wo steht.

02

Das Netz

VLAN · Firewall · Switch

Wie getrennte Straßen mit Pförtner: Der Laptop fährt auf seiner Spur, und nur erlaubte Wege sind offen.

WAS BRINGT’S?

Fremde kommen nicht an sensible Dienste.

03

Adresse

DHCP

Wie eine Hausnummer: Ohne sie findet die Post den Laptop nicht. Vier kurze Nachrichten, dann hat er eine.

WAS BRINGT’S?

Niemand muss Adressen von Hand vergeben.

04

Betriebssystem

PXE · Deployment

Wie ein Fertighaus aus dem Werk: Das System kommt übers Netz. Niemand rennt mit USB-Stick von Gerät zu Gerät.

WAS BRINGT’S?

Jeder Laptop startet mit demselben, geprüften Stand.

05

Anmeldung

Active Directory

Wie ein Mitarbeiterausweis: Eine Identität, und genau die Türen gehen auf, die zu Janas Aufgaben passen.

WAS BRINGT’S?

Rechte werden an einer Stelle gesteuert, nicht an hundert.

06

Software

UEM · baramundi

Wie ein Lieferdienst mit Quittung: Programme kommen automatisch an, und die IT sieht, ob sie wirklich da sind.

WAS BRINGT’S?

Kein Installer, der „irgendwie“ gestartet wurde.

07

Sicherung

Backup · Restore

Wie ein Schließfach außer Haus: Geht etwas verloren, gibt es die Kopie. Und getestet ist, dass sie funktioniert.

WAS BRINGT’S?

Dateien lassen sich nach einem Verlust wiederherstellen.

BONUS · SELBST AUSPROBIEREN

Zwei Wege

Redundanz · Uplink A/B

Wie eine Umleitung bei einer Baustelle: Fällt ein Kabel aus, nimmt der Verkehr den zweiten Weg. Probiere es aus: Kabel ziehen.

ABGRENZUNG

Redundanz hält den Betrieb am Laufen; ein Backup holt verlorene Daten zurück. Beides braucht man.

Kabel ziehen ↗

Drei Lesetiefen: dasselbe Kapitel, je nach Interesse

Der Regler „Lesetiefe“ schaltet im Erlebnis zwischen den Ebenen um. Einfach ist der Standard; Fachwissen bleibt einen Klick entfernt. Hier siehst du das Beispiel DHCP.

Einfach

für alle

Der Laptop bittet das Netz um eine Adresse und bekommt eine. Wie eine Hausnummer für die Post.

Erklärt

für Interessierte

Der DHCP-Server vergibt Adresse, Gateway und DNS in vier Schritten: Discover, Offer, Request, Acknowledge. Erst nach der Bestätigung darf der Laptop die Adresse benutzen.

Technik

für Fachleute

DHCPDISCOVER → broadcast
 DHCPOFFER 10.20.0.42
 GW 10.20.0.1 · DNS 10.20.0.10
 DHCPREQUEST → DHCP-01
 DHCPACK ← Lease bestätigt
 Modellwerte, VLAN 20

Glossar in einem Satz

Client
Das Gerät, an dem jemand arbeitet. Hier: Janas Laptop.
Switch
Kabelverteiler: verbindet alle Geräte im Haus miteinander.
Access Point
Sendestation für das WLAN.
Firewall
Pförtner zwischen Netzen: lässt nur Erlaubtes durch.
VLAN
Getrennte „Spuren“ auf derselben Verkabelung.
DHCP
Verteilt automatisch Netzwerkadressen.
DNS
Telefonbuch des Netzes: macht aus Namen Adressen.
Gateway
Die Ausfahrt aus dem eigenen Netz zu anderen Netzen.
PXE
Start über das Netzwerk statt von einem USB-Stick.
Active Directory
Zentrales Verzeichnis für Konten, Gruppen und Rechte.
Hypervisor · VM
Der Hypervisor teilt einen Server in mehrere virtuelle Server (VMs).
UEM (baramundi)
Verwaltung, die Programme und Einstellungen auf Geräte bringt. baramundi ist ein solches Produkt.
Redundanz
Wichtiges gibt es doppelt, damit der Betrieb bei einem Ausfall weiterläuft.
Backup · Restore
Ein Backup ist die Kopie der Daten an einem anderen Ort. Restore holt sie zurück.

Warum das alles automatisieren?

Weniger Fehler

Jeder Laptop bekommt dieselben geprüften Schritte, nicht jedes Mal etwas anderes.

Nachvollziehbar

Die IT sieht, was installiert wurde und ob es geklappt hat.

Mehr Zeit für Menschen

Wer nicht von Hand installiert, kann sich um Probleme kümmern, die wirklich Köpfchen brauchen.

Modell oder Praxis?

IM MODELL (TIEFGANG)

Jana, der Laptop und die 35 Minuten sind ein anschauliches Modell. Die Zeit ist verdichtet, nicht gemessen. Die Kapitel zeigen einen logischen Weg, keinen verbindlichen Bootablauf oder vollständigen Netzplan.

IN DER PRAXIS (ABSCHLUSSPROJEKT)

Landratsamt Enzkreis: baramundi-Pilotumgebung als Grundlage für einen möglichen späteren Ersatz von Matrix42 Empirum. 40 Stunden, vier vollständig erfolgreiche Referenzclients bei fünf geplanten. Ein Pilot, keine vollständige Produktionsmigration.

Abschlussprojekt ↗